Erdung

Suchtfrei-Leben_Erdung

Erdung - Verbundenheit & Stärke

Was macht einen Baum so kraftvoll und stark? Seine Wurzeln, die tief ins Erdreich ragen und über die er wichtige Nährstoffe und Wasser bekommt. Sie sorgen für feste Verankerung und halten ihn, selbst wenn Stürme toben.

Was das mit uns zu tun hat? Während meiner nassen Zeit fühlte ich mich alles andere als fest verankert. Mein Umfeld, mein bisheriges “normales” Leben verlor seine Struktur und ich fühlte mich nirgends mehr richtig zugehörig. Die Sucht sorgte dafür, dass ich meine Verankerung im Leben verlor und in die Isolation abglitt. Erst in der Therapie lernte ich langsam wieder, mir mein Leben zu eigen zu machen und mich in ihm zu verwurzeln. 

Der Kreislauf des Lebens beginnt und endet in der Erde – bei Mutter Natur. Selbst wenn wir wollten, davon können wir uns nicht ausnehmen. Im Gegenteil, wir können die Kraft des Bodens und der Erde nutzen, um uns selbst zu stärken.

Unsere Welt ist meist sehr “verkopft” und überwiegend rational / logisch geprägt. Damit wir nicht in diesen rein geistigen Sphären “hängenbleiben”, ist es gut, sich regelmäßig zu erden. Das schafft Balance und mehr Ausgeglichenheit.

Probier´s einfach aus!

Vorteile von Erdung:

  • mehr Verbundenheit mit mir und der Umwelt
  • Gefühl von Sicherheit und Stärke
  • es wird schwerer mir "den Boden unter den Füßen" wegzureißen
  • mehr Ausgeglichenheit
  • besseres Körpergefühl
  • Stressabbau / Entspannung

1. Laufe barfuß!

Kinder lieben es, draußen barfuß herumzulaufen. Die positiven Auswirkungen von Barfußlaufen auf die Gesundheit sind vielfach belegt. Ob im Garten, auf Barfußpfaden oder wo du gerade bist: das Laufen ohne Schuhe ist gut für´s Immunsystem und die Körperhaltung. Achte mal darauf, wie sich der Boden bei jedem Schritt anfühlt. Teste unterschiedliche Untergründe und spüre, wie deine Laufbewegung vom Aufsetzen der Ferse bis zum Heben der Zehen geschieht. Normalerweise eine vollautomatische Bewegung, über die keiner mehr nachdenkt (wenn´s nicht grade glatt draußen ist..).

 

2. Meditation - kleine Übung

Meditation eignet sich wunderbar dazu, die innere Mitte zu finden und sich zu erden. Folgende kleine Übung lässt sich unauffällig auch unterwegs durchführen (z.B. wenn Bus/Bahn Verspätung hat). Auch vor Herausforderungen wie Bewerbungsgesprächen etc. versorgt dich diese Übung mit frischer Energie und dient deiner Fokussierung.

  1. Stelle dich aufrecht hin und gehe mit deiner Aufmerksamkeit in deine Füße. Wenn du kannst, schließe die Augen oder schaue auf einen neutralen Punkt.
  2. Spüre, wie sie den Boden berühren, wie fest der Untergrund ist und wie warm/kalt.
  3. Verlagere dein Gewicht abwechselnd auf deine Fersen und dann auf deine Zehen – ohne dass deine Füße den Bodenkontakt verlieren. Beim Einatmen auf die Fersen, beim Ausatmen auf die Zehen.
  4. Tauchen störende Gedanken auf, lasse sie ziehen und kehre mit deiner Aufmerksamkeit wieder zu deinem Atem und deinen Füßen zurück.
  5. Trägst du Spannungen / Ärger / unangenehme Gefühle in dir? Stelle dir vor, wie sie durch deine Füße in den Boden hinabgleiten. Die Erde nimmt deine negative Energie auf.
  6. Stell dir vor, wie positive Energie, Kraft und Stärke aus der Erde, durch deine Füße hindurch in dich hineinfließt. Sie fließt deine Beine hinauf, über deine Körpermitte bis in deinen Kopf.
Fühlst du die Veränderung in dir?

3. Gärtnern

Gartenarbeit ist ein wunderbarer Ausgleich zum hektischen Alltag. Viele Menschen erden sich selbst ganz intuitiv im eigenen Garten. Das Arbeiten mit Erde, Pflanzen und Witterungsbedingungen spricht alle Sinnesorgane gleichzeitig an. Die Natur folgt ihrem eigenen Rhythmus und lässt sich nicht hetzen. Gras wächst eben nicht schneller, auch wenn man dran zieht. Im Gartenjahr hat alles seine Zeit: das Sprießen von Neuem im Frühjahr, Wachstum und Reifung über den Sommer, die Fülle des Herbstes bis zur Ruhephase des Winters. Und im nächsten Jahr vollzieht sich dieser Kreislauf von neuem. Wer sich daran erfreuen kann, das Besondere jeder Jahreszeit / jeder Wachstumsphase zu sehen, hat schon viel gewonnen. 

Ein eigener Garten ist nicht einmal Voraussetzung: Erdbeeren, Tomaten, Radieschen etc. lassen sich auch auf den meisten Balkons problemlos anpflanzen. Und für ein paar Kräuter reicht schon die Fensterbank.