Gelassenheit

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Gelassenheit entwickeln – Ein Schlüssel zur Abstinenz

Ein abstinentes Leben bringt viele Herausforderungen mit sich. Oft sind es Stress, Unsicherheiten und Ängste, die den Wunsch nach alten Bewältigungsmechanismen wecken. Gelassenheit kann dabei helfen, diese Momente zu meistern und langfristig zufrieden abstinent zu bleiben. Doch wie entwickelt man Gelassenheit, wenn der Alltag stressig ist und Emotionen hochkochen?

Warum Gelassenheit für die Abstinenz wichtig ist

Wenn wir mit Stress, Frust oder Unsicherheiten konfrontiert werden, besteht oft die Versuchung, uns in alte Muster zurückzuziehen. Gelassenheit bedeutet, mit diesen Emotionen auf eine ruhige und bewusste Weise umzugehen, anstatt impulsiv zu reagieren. Wer Gelassenheit entwickelt, lernt:

  • Besser mit Stress umzugehen, ohne in alte Verhaltensweisen zu verfallen.

  • Emotionale Stabilität zu bewahren, selbst in schwierigen Situationen.

  • Die eigene Abstinenz zu schützen, indem negative Impulse bewusst gesteuert werden.

Wie du Gelassenheit entwickeln kannst

Gelassenheit ist keine angeborene Fähigkeit – sie kann bewusst trainiert und kultiviert werden. Hier sind einige Strategien, die dir helfen können, mehr innere Ruhe zu entwickeln:

Akkordeon Inhalt

Nicht alles im Leben lässt sich kontrollieren. Wer lernt, Dinge so anzunehmen, wie sie sind, reduziert inneren Widerstand und findet schneller zur Ruhe. Frage dich in stressigen Momenten: Kann ich die Situation beeinflussen? Wenn nicht, lohnt es sich, sie loszulassen.

Veränderungen brauchen Zeit – das gilt auch für das abstinente Leben. Geduld mit sich selbst zu haben bedeutet, sich kleine Fortschritte anzuerkennen und sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen.

Achtsamkeit hilft, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen, ohne sich von Ängsten oder Sorgen mitreißen zu lassen. Atemübungen, Meditation oder einfach bewusstes Atmen in stressigen Situationen können helfen, innere Ruhe zu bewahren.

 

Viele unserer Sorgen entstehen durch Gedankenmuster, die nicht immer der Realität entsprechen. Wenn du dich gestresst fühlst, frage dich: Ist das, was ich denke, wirklich wahr? Oder gibt es eine andere, entspanntere Sichtweise?

Sport und körperliche Aktivität sind bewährte Mittel, um Stress abzubauen. Ein Spaziergang, Yoga oder eine Sportart, die dir Spaß macht, kann helfen, innere Anspannung zu lösen und dich mental ausgeglichener zu fühlen.

Der Bus lässt auf sich warten, du stehst im Stau? Frage dich: „Was darf ich hier entdecken?“ 

Und da gibt es immer etwas sehenswertes, dass du übersehen hättest, wenn alles nach Plan gelaufen wäre. Entdecke die Schönheit an dem Ort, wo du bist.

Manchmal hilft es, sich selbst und die Dinge mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Lachen baut Stress ab und hilft, nicht alles zu ernst zu nehmen. Ein humorvoller Blick auf Herausforderungen kann Gelassenheit fördern.

Gelassenheit ist eine wertvolle Fähigkeit, die dir hilft, stabil abstinent zu bleiben. Durch Akzeptanz, Achtsamkeit und bewusste Reaktionen auf Stresssituationen kannst du lernen, dein Leben entspannter und zufriedener zu gestalten. Sei geduldig mit dir selbst – Gelassenheit entwickelt sich mit der Zeit, wenn du regelmäßig daran arbeitest. Bleibe offen für Veränderungen und genieße dein neues, suchtfreies Leben mit mehr innerer Ruhe!

 

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Loslassen

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Loslassen lernen

„Die Dinge loszulassen bedeutet NICHT, sie loszuwerden. Sie loslassen bedeutet, dass man sie SEIN lässt.“, sagt der Buddhist und Meditationslehrer Jack Kornfield. Eine Betrachtungsweise, die das Annehmen des IST-Zustands betont, bei vielen Lebensthemen hilfreich ist und eine der Grundpfeiler meiner zufriedenen Abstinenz bildet.

Das Leben hält für jeden Menschen auch schwierige Situationen, belastende Ereignisse oder Konflikte bereit, die mich fordern oder an meine Belastungsgrenzen bringen können. Es mag verlockend erscheinen, einfach den „problematischen“ Menschen, den „scheiß Job“ oder die frustrierende Beziehung schnell loszuwerden und dann würden die unangenehmen Gefühle wie Ärger, Wut, Traurigkeit oder Schamgefühl automatisch ebenfalls verschwinden.

Ganz nach dem Motto „Wenn ich nichts und niemanden an mich heranlasse, kann ich auch nicht verletzt werden.“ Klingt zunächst logisch, doch dabei handelt es sich um eine Vermeidungsstrategie, die einen sehr hohen Preis hat: ich verschließe mein Herz nicht nur vor eventuellen Verletzungen, sondern gleichzeitig immer auch vor einer echten Lebensfreude und den vielen schönen Momenten und Gefühlen, die eine emotionale Verbindung mit meiner Umwelt und meinen Mitmenschen immer auch bereithalten kann. Und mit dieser Schutzstrategie beraube ich mich selbst auch der Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die die Bewältigung schwieriger Lebenssituationen und Krisen bietet.

Doch wie kann eine andere Art der Bewältigung aussehen?

Gerade bei sehr komplexen Herausforderungen, wie z.B. der Pflege eines nahestehenden Menschen, wenn Kinder im Spiel sind oder die eigene Gesundheit leidet, gilt es abzuwägen und zu schauen, welche Handlungs- und Hilfsmöglichkeiten es gibt. Wichtig: dein Selbstschutz (und der deiner Kinder falls du welche hast) geht vor! Dies ist keine Anleitung, in toxischen Beziehungen zu verharren, oder sich Übergriffe oder Gewalttätigkeiten schönzudenken. In solchen Fällen hole dir unbedingt beratende und unterstützende Hilfe von Fachstellen wie Caritas & Co. und verlasse Situationen, die dich körperlich oder seelisch schädigen!

Es soll hier viel mehr um die eher alltäglichen Krafträuber gehen, die kleinen Streitigkeiten die immer wieder um dieselben Themen kreisen und die Konflikte, die sich an vermeintlichen Nichtigkeiten entzünden, sowie Glaubenssätze oder (Selbst-)Ansprüche, die mich mehr stressen als unterstützen. Statt wie bisher zu flüchten oder Konflikte zu vermeiden, magst du vielleicht einen neuen Umgang mit solchen Gefühlszuständen lernen? Vor allem wenn du schon festgestellt hast, dass Druck stets Gegendruck erzeugt und Gefühle, die man bloß „weghaben will“, dadurch nur umso stärker an einem kleben.

Es lohnt sich ein Blick nach innen und auf das belastende Gefühl: Wogegen bin ich eigentlich im Widerstand? Gegen diesen Menschen als Ganzes? Ein Verhalten? Die Situation? Gegen mich selbst?

Jedes Gefühl beinhaltet eine wichtige Botschaft für mich, zeigt dass ich lebendig bin und kann mir dienen, wenn es mir gelingt, seine Botschaft anzunehmen. Das Abspalten oder Verdrängen von unangenehmen Gefühlszuständen beraubt mich somit einer wichtigen Orientierungsmöglichkeit. Wie kann es also gelingen, belastende Emotionen besser anzunehmen und auszuhalten?

Durch meine eigene Genesungsgeschichte habe ich erfahren, wie viel unnötigen Stress ich mir durch meine eigenen Gedanken und Glaubenssätze gemacht habe. In meinem Kopf waren Gedanken wie „Ich reiche nicht“, „Ich bin wertlos“, „Ich brauche seine/ihre Bestätigung“ bis zu „ich muss funktionieren“ als vermeintliche Wahrheiten fest verankert. Und für jeden dieser Glaubenssätze habe ich zahlreiche „Beweise“ im Außen gefunden: Männer, die mich für andere Frauen verließen, Erlebnisse von Ausgrenzungen und Mobbing, Streitereien und Vorwürfe, Jobverlust etc. schienen jeweils meine negativen Selbstüberzeugungen zu belegen und zu festigen.

Aus meiner heutigen Sicht kann ich sagen: Jeder Gedanke, der dich von dem Grundsatz „Ich bin ok – so wie ich BIN.“ trennt, ist NICHT wahr. Ja, das kann ich so pauschal und voller Überzeugung sagen. Und ich bin mir bewusst, dass sich beim Lesen dieser Sätze zunächst Widerstand in dir regen kann. Ich kann nur ermutigen, dich solchen Gedanken und Blockaden zuzuwenden und sie immer wieder zu hinterfragen.

Früher fühlte ich mich meinen negativen Gedanken, Gedankenkarussell und Katastrophendenken machtlos gegenüber und war mir nicht bewusst darüber, welchen Einfluss solche Denkweisen auf meine Gefühle und damit auch auf meine Handlungen haben.

Seit ich mit „The Work“ von Byron Katie meine stressvollen Gedanken überprüfe, lassen sie mich sehr viel schneller los und ich habe ein wirksames Tool, mit dem ich mich selbst aus belastenden Gefühlszuständen rausholen kann und mit dem ich inzwischen als Coach auch Klient:innen begleite und bei ihrer Entwicklung zu mehr Selbstwirksamkeit, Resilienz und Zufriedenheit unterstütze. Stressvolle Gedanken und übernommene Überzeugungen loszulassen ist eine wundervolle Erfahrung, die neue Kraft schenkt und den Blick wieder für neue Perspektiven öffnet.

Ohne Annehmen kein Loslassen

Vor dem Loslassen kommt das Akzeptieren dessen was IST. (Und das heißt NICHT, dass du es gut finden musst!)

Doch es gilt zu würdigen,

  1. DASS es aktuell so IST, wie es ist.
  2. dass du es dir anders gewünscht hättest, als es sich entwickelt hat.
  3. dass DU daran etwas ändern kannst. (Motto: Love it, change it or leave it.)

Der Jahreswechsel bietet sich wunderbar an, um das Loslassen zu üben. Von welchen Dingen, Gedanken, Gewohnheiten oder Menschen möchtest du dich lösen? Was belastet dich? Wem oder was schenkst du mehr Energie als dir gut tut? Und was hindert dich daran, heute schon mit dem Loslassen zu beginnen? 

Wie Loslassen gelingt:

Loslassen ist ein individueller Prozess.

Achtsamkeitsübung: Wahrnehmen & Lösen

Eine weitere Möglichkeit, die eigene emotionale Kompetenz und Achtsamkeit zu fördern, ist folgende kleine Übung. (Triggergefahr: Bitte gib bei der Durchführung Acht auf dich und wende sie nur an, wenn du dich ausreichend sicher fühlst.)

  1. Schließe die Augen, nimm ein paar tiefe Atemzüge und verfolge den Weg deines Atems von deiner Nasenspitze bis hinunter in deinen Brustraum.
  2. Rufe dir eine belastende Situation ins Gedächtnis und versuche die Emotionen, die du in dieser Situation hattest, zu spüren.
  3. Versuche aus deinem Kopf, von den Gedanken, hin zu den Empfindungen zu gehen. Lass das Gefühl da sein. So wie es ist.
  4. Was spürst du dabei in deinem Körper? Wo nimmst du dieses Gefühl wahr? Erkunde es und schaue, ob es sich vielleicht bewegt, ob es eher warm oder kalt ist, sich kribbelig anfühlt oder vielleicht bleiern schwer? Was fühlst du?
  5. Alles, was du fühlst, darf so da sein, wie es ist. Ohne Bewertungen. Sollten störende Gedanken auftauchen, lass sie einfach vorbeiziehen wie Wolken am Himmel.
  6. Versuche zu beobachten, wie sich deine Körperempfindungen verändern, mal stärker und mal schwächer werden. Heiße jede Wahrnehmung willkommen. Sie zeigt, dass du lebst und ein empfindsames Wesen bist.
  7. Mache dir bewusst, du HAST dieses Gefühl, doch du BIST NICHT dieses Gefühl. Du kannst es beobachten und einfach da sein lassen.
  8. Kein Gefühl hält ewig. Beobachte, wie sich dieses Gefühl verändert, nach und nach schwächer wird und sich von dir löst.. Dann kehre mit deiner Aufmerksamkeit wieder zurück zu deinem Atem, öffne die Augen und strecke und lockere dich.
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Glück

Glück

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Über das (Lebens-)Glück und wie du es findest

Ob jemand glücklich durchs Leben geht, ist kein Ergebnis oder etwas, das vom Himmel fällt. Glück ist auch nichts, das nur Auserwählten, besonders fleißigen, willensstarken oder tugendhaften Menschen vorbestimmt ist. Hast du dein (Lebens-)Glück schon gefunden oder bist du noch auf der Suche? Ich verrate dir weiter unten, wo es auf dich wartet.

Hast du dich schon einmal gefragt, wie Menschen in Krisengebieten, nach Schicksalsschlägen, trotz lebensbedrohlicher Erkrankungen oder völliger Armut dennoch vor Zufriedenheit und Glück nur so strahlen können? 

Ich denke da z.B. an Stefanie, eine unheimlich liebe und fröhliche Frau, die vor Jahren eine Krebsdiagnose erhielt. Sie überstand Chemos und musste Operationen über sich ergehen lassen. Als würde das nicht schon reichen, erlitt sie durch einen Kunstfehler während einer OP einen Schlaganfall und sitzt seitdem im Rollstuhl. Der Rechtsstreit mit den Ärzten ist zäh und noch immer nicht beendet. Ich bewundere an ihr, dass sie dabei nie aufgegeben hat. Sie strahlt von Herzen, leitet heute zwei Selbsthilfegruppen für Krebsbetroffene, plant eine Rollstuhl-Tanzgruppe zu gründen und für ihre Familie ist sie als Mutter und Ehefrau natürlich auch noch da.

Oder Brigitte, deren Alkoholsucht zu einer Kleinhirnrindenatrophie und damit zu starken motorischen Einschränkungen führte. Ohne Rollator kann sie seitdem nicht mehr laufen und musste ihre Praxis als Physiotherapeutin aufgeben, die sie zuvor mit Herz und Seele betrieben hatte. Auch sie habe ich als unheimlich fröhliche, tatkräftige und lebensfrohe Frau kennengelernt, die ihren Alltag heute unermüdlich mit viel Selbsthilfearbeit lebt und als Peer die Betreuung von Suchtbetroffenen und psychisch erkrankten Menschen in einem regionalen Modellprojekt (BEA) unterstützt.

Und wie viele Süchtige haben bereits Jahre/Jahrzehnte des Konsums, Jobverluste, Gewalterfahrungen, Obdachlosigkeit, Suizidversuche u.v.m. hinter sich und dennoch (wieder) in ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben gefunden?!

Dies sind nur einige kurze Beispiele für unzählige Menschen und Schicksale, die mehr als genug Rechtfertigungspotential bieten, zu verzagen und den Kopf in den Sand zu stecken. Und wie viele Menschen sagen über sich und ihr Leben „Ach, solange diese und jenes noch so ist, wie es ist, kann ich doch nicht glücklich sein!“ Oder „Erst wenn ich, ein Eigenheim, den/die Partner:in für´s Leben, Kinder, beruflichen Erfolg, viel Geld, ……. habe oder wenn ich erst in Rente bin, ja DANN werde ich glücklich sein.“.

Die Wurzel des Glücks liegt immer im Hier & Jetzt

Was in der Zukunft sein wird, wissen wir alle nicht. Was aber sicher ist: wir leben HIER & HEUTE. Jetzt, in DIESEM Moment. Schiebst du dein Glücklichsein auf ein imaginäres „Morgen“, beraubst du dich des Glückes, das im jetzigen Augenblick liegt.

Glück ist eine Entscheidung!

Glück ist keine Frage der Umstände, kein Schicksal, kein Zufall oder ähnliches. Glück eine Entscheidung!

Was es dazu braucht? Nichts Materielles und nichts, dass von Außen zu dir kommt. Sondern einzig dein Blick nach Innen, sowie Demut und Hingabe. In jeder Erfahrung, jeder Lebenssituation und sogar in Schicksalsschlägen stecken stets ein Sinn, eine Botschaft und ein Geschenk. Diese zu entdecken und anzunehmen, hast du selbst in deiner Macht.

Regt sich beim Lesen in dir ein Widerstand? „Nein, so wie MEIN Leben ist, KANN ich das nicht annehmen! Und überhaupt, wo soll DARIN bitte ein Sinn oder gar Geschenk liegen!“ Weigerst du dich, Dinge/Situationen anzunehmen, obwohl sie nun einmal da sind, bleibst du in einer Opferrolle stecken, statt deine Schöpferkraft und Selbstwirksamkeit zu leben. Die Opferrolle ist dabei durchaus verführerisch. Wie eine Hängematte, in die man sich hineinlegen kann. Sanft gewiegt vom Mitleid der anderen. Und reichlich Selbstmitleid schwingt meist ebenfalls mit… Natürlich kannst du einfach gemütlich in deiner Hängematte liegen bleiben, anderen die Schuld an deinem Unglück geben und Gott und die Welt anklagen. Doch das Bild der Hängematte ist treffend und zeigt: solange du im wahrsten Sinne in der Opferrolle hängen bleibst, kommst du nicht vom Fleck! Es findet keine Weiterentwicklung statt. Solange, bis du dich dafür ENTSCHEIDEST, sowohl dein Glück als auch dein Unglück anzunehmen.

Hinaus aus der Opferrolle

Auch bei mir hat es gedauert, bis ich in den Trümmern meiner Suchterkrankung, meiner desolaten psychischen Verfassung, der Arbeitslosigkeit und Einsamkeit die Botschaft(en) erkannt habe. Meinen Anteil daran anzunehmen, war nicht leicht, doch erst dadurch wurde Veränderung möglich. Und dadurch bin ich die geworden, die ich heute bin.

Heute bin ich dankbar für meine Suchterkrankung und sehe (m)einen Sinn in ihr und in meinem Leben. Ein großes Geschenk, für das ich jeden Tag dankbar bin.

Wofür hast du dich entschieden?

Verantwortung

Verantwortung

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Verantwortung übernehmen, was heißt das?

Als Süchtige*r ist es ein Leichtes, Ursachen und „Schuldige“ für meine Suchterkrankung zu finden:

Es geht nicht um Schuld!

Es geht nicht um Schuld. Keiner ist freiwillig süchtig geworden. Sucht – egal von welcher Substanz oder Verhalten – ist eine Erkrankung. Wir haben sogar das GLÜCK, dass es sich um eine Erkrankung handelt, die durch unser eigenes Einwirken sehr gut zum Stillstand bringen lässt.

In dem Moment, in dem ich mir als Süchtige*r die Frage stelle: ‚hey, wo ist eigentlich MEIN Anteil an meiner (Lebens-)Situation, an meiner Suchterkrankung?‘, beginnt Genesung. Statt Schuldige und Ausreden im Außen zu suchen, richte ich meinen Blick nach Innen.

Verantwortung heißt Annehmen, was ist.

Ja sagen, zu dem, was ist: Ja, ich bin süchtig. Ja, mein Denken und Handeln hat Einfluss auf mein Leben und meine Erkrankung. Ja, ich bin nun bereit, die Verantwortung für mein – bisheriges und zukünftiges – Handeln zu übernehmen.

Was in diesen kurzen Sätzen so banal klingt, kann zunächst mächtige innere Widerstände und Blockaden zum Vorschein bringen. Doch es führt kein Weg dran vorbei: Genesung von einer Suchterkrankung funktioniert nur, wenn DU Verantwortung für dein Leben und Handeln übernimmst. Und wie gesagt, dabei geht es NICHT um Schuld!

Du hast jeden Tag aufs Neue die Macht, dich FÜR das Leben oder DAGEGEN zu entscheiden. Verantwortung für mein Leben zu übernehmen, heißt, dass ich aufhöre, die Schuld für etwas bei anderen Menschen, in der Vergangenheit oder bei „den Umständen“ zu suchen. Stattdessen erkenne ich meine eigenen Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten an. Verantwortung anzuerkennen, ist der erste Schritt zur Selbstwirksamkeit.

Verantwortung übernehmen heißt, Herauskommen aus der Opferrolle.

Als nasse Alkoholikerin hab ich in Selbstmitleid gebadet. Irgendwie den Tag überleben, es bis zum Wochenende schaffen.. Alles war schwer, ich war todunglücklich und von der Sucht gezeichnet. Warum passiert MIR das? Sollte DAS mein Leben sein? Tja, muss wohl.. Auf die Idee, dass ICH daran was ändern könnte, dass ICH sogar zahlreiche Einflussmöglichkeiten habe bin ich lange, lange nicht gekommen.

MORGEN wird alles besser – irgendwie.

Diese hilflose und verzweifelte Hoffnung kennt wohl jeder Süchtige. Dass ich – statt passiv auf Besserung oder Rettung zu warten – auch AKTIV etwas unternehmen kann, um meine Situation und meine Gesundheit zu verbessern, dämmerte mir erst im Herbst 2015 (kurz vor meiner Entgiftung).

Dass du deine Verantwortung anerkennst, heißt nicht, dass du alles alleine schaffen musst. Im Gegenteil: es ist auch ein Zeichen von Verantwortung und Selbstfürsorge, Hilfe anzunehmen, wenn du sie benötigst.

Wie übernehme ich nun meine Verantwortung?

Robert Betz gibt hierzu in seinem Buch „Willkommen im Reich der Fülle“* folgende kraftvolle Worte an die Hand:

„Heute bin ich bereit meine ganze Verantwortung zu übernehmen, für alle Entscheidungen meines Lebens, insbesondere für alle NEIN-Entscheidungen, die ich mir selbst und dem Leben gegenüber getroffen habe. Ich würdige und segne diese Entscheidungen und alle Erfahrungen, die ich hierdurch gemacht habe – und entscheide mich heute neu: Ich entscheide mich heute für ein kraftvolles JA zu mir als Frau oder als Mann, für ein kraftvolles Ja zu meinem Leben hier auf dieser Mutter Erde. JA, ich will leben, und ich öffne mein Herz für die Liebe zu mir selbst und die Liebe zum Leben. So sei es und so ist es!“

Vergiss nicht: auch wenn die Sucht dein Selbstwertgefühl und deinen Blick aufs Leben ganz schön ramponiert hat, IN DIR steckt jeden Tag aufs Neue die Chance, die Kraft und das Anrecht, JA zu dir und deinem Leben zu sagen und es nach deinen Vorstellungen zu gestalten. Beginne damit gleich heute.

Es lohnt sich.

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Ich – bei mir bleiben

Ich – bei mir bleiben

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Ich - bei MIR bleiben

Eine der wichtigsten und wertvollsten Lektionen auf dem Weg in mein suchtfreies Leben war, bei mir zu bleiben. Das war für mich völlig neu. Ich war stark auf das Außen fokussiert, denn damals fand ich nur dort Bestätigung, Halt und (vermeintliche) Nähe.

Mir selbst nah zu sein, mir selbst Sicherheit und Halt zu geben, war für mich gänzlich ungewohnt. Ein Lernprozess, der sich lohnt. Dazu musste ich zunächst einmal einen Blick dafür entwickeln, auf welche Aspekte meines Lebens ich Einfluss nehmen konnte und auf welche nicht.

Kennst du die drei Arten von Angelegenheiten?

Nach Byron Katie – der Begründerin von The Work – gibt es drei Arten von Angelegenheiten:

1. meine eigenen Angelegenheiten
  • meine Handlungen,
  • meine Gedanken,
  • meine Glaubenssätze,
  • meine Gefühle
2. die Angelegenheiten der Anderen
  • deren Handlungen,
  • deren Gedanken,
  • deren Glaubenssätze,
  • deren Gefühle
3. die Angelegenheiten des Universums

(oder Gottes, oder einer höheren Macht, oder was für dich da am stimmigsten ist).

Gemeint sind Angelegenheiten, die niemand direkt beeinflussen kann, z.B. das Wetter, ob jemand krank wird oder stirbt, ob eine Ampel rot wird, ein Unfall passiert etc.

Diese klare Unterscheidung und Abgrenzung hilft dabei, sich aus Verstrickungen zu befreien und Stress zu vermeiden. Denn immer dann, wenn ich nicht in MEINEN Angelegenheiten unterwegs bin, habe ich Stress. Kein Wunder, denn ich möchte etwas anders haben, als es gerade ist, habe jedoch keinerlei Einfluss darauf.

Beispiele: Mein Nachbar soll gefälligst grüßen, wenn wir uns sehen.  Es soll schönes Wetter sein, wenn unsere Grillparty stattfindet. Meine Kollegin sollte auch mal danke sagen. Mein Mann soll aufhören zu saufen.

Problem: Ob jemand grüßt oder anruft, mich anlächelt oder anblafft, ob die Sonne scheint oder es stürmt, liegt alles nicht in MEINEM Einflussbereich. Es sind NICHT meine Angelegenheiten. Selbst wenn ich bitte, bettle, drohe oder bete, ich hab´s einfach nicht in meiner Hand. Das ist zwar eine Tatsache, aber kein Grund nun zu verzagen. Ganz im Gegenteil:

Meine Angelegenheiten = mein Einflussbereich

Sich auf die eigenen Angelegenheiten zu besinnen hilft und schafft neue Freiräume und Selbstwirksamkeit. Denn in jeder Situation gibt es Aspekte, die trotzdem in meinem Einflussbereich liegen: meine Gefühle und Gedanken. Wir können lernen zu trennen, wo wir etwas (gedanklich) ändern können und wo nicht. So gelangen wir an einen Punkt zurück, an dem wir eigene Handlungsfreiheit zurückgewinnen.

Habe ich meine Angelegenheiten identifiziert, tun sich Handlungsspielräume auf, die ich aktiv angehen und gestalten kann. Frei nach dem Motto:

Die Anonymen Alkoholiker drücken ähnliches in ihrem Gelassenheitsgebet aus:
„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Vorteile, wenn ich bei mir bleibe:

Üben, üben, üben

Jeden Tag gehen uns zig tausende Gedanken durch den Kopf. Darunter auch viele, die uns unnötig stressen, weil es sich um Dinge handelt, die nicht zu den eigenen Angelegenheiten zählen. Nimmst du wahr, wann du außerhalb deiner eigenen Angelegenheiten unterwegs bist? Falls nicht, keine Sorge: Wahrnehmung lässt sich trainieren wie ein Muskel. 

Frage dich (besonders bei stressvollen, emotionalen Gedanken) immer wieder „Ist das MEINE Angelegenheit?“. Hierfür ein Bewusstsein zu schulen ist der erste Schritt zur Veränderung. Finde dann den Aspekt, den du beeinflussen kannst und nutze bzw. verändere ihn.

Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl

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Selbstmitgefühl

Mitgefühl entsteht, wenn Leiden wohlwollend wahrgenommen wird. Ein freundlicher und akzeptierender Blick auf eigenes Leiden führt zu Selbstmitgefühl. Wenn man unter Mitgefühl den Wunsch versteht, das leidende Wesen möge vom Leiden befreit werden und glücklich sein, so wäre Selbstmitgefühl dadurch charakterisiert, dass man sich das nicht nur für andere sondern auch für sich selbst wünscht. 

Wenn etwas mal nicht so läuft, wie geplant, wenn mir Missgeschicke passieren, ich in ein Fettnäpfchen nach dem nächsten trete oder nicht so leistungsfähig bin wie sonst, ist es leicht, mich dafür zu verurteilen und abzuwerten. Typische Gedanken können dann etwa so klingen:

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Lauter Gedanken, die mich in einer belastenden Situation nur weiter schwächen und selbst verletzen. Dabei gehen wir mit uns selbst teilweise sehr brutal um. Oder würdest du solche Gedanken einem guten Freund / einer guten Freundin so an den Kopf knallen, wenn ihm/ihr das Missgeschick passiert wäre? Wohl kaum. Doch warum erlauben wir uns dieses Verhalten dann uns selbst gegenüber?

Selbstmitgefühl zu lernen, war für mich ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die zufriedene Abstinenz. Ein achtsamer und wohlwollender Umgang mit mir selbst, war mir völlig neu. Ich musste funktionieren, Leistung bringen, fehlerfrei sein. Ein Anspruch, der völlig unhaltbar war und zwangsläufig scheitern musste. Die Folge waren Selbstabwertungen und immer mehr Alkohol. Auch körperliche Schmerzen oder Warnsignale nahm ich nicht ernst. Tablette rein und weiter funktionieren. Depressionen und Ängste? Ach, stell dich doch nicht so an! Dass in meinen Symptomen eine wichtige(!) Botschaft stecken könnte, kam mir nicht in den Sinn.

Ich darf Fehler machen und ich bin ok so wie ich bin.

Anstatt mich hart zu verurteilen oder mich scharf für alle vermeint­lichen Unzuläng­lich­keiten zu kritisieren, hilft mir Selbstmitgefühl dabei, mich so anzunehmen wie ich bin.

Wenn man sich selbst wohlwollende Aufmerksamkeit schenkt (achtsame Selbstaufmerksamkeit) und sich selbst, seinen Körper und seine Bedürfnisse sowie auch bedürftige und leidende Anteile freundlich wahrnimmt (Selbstwahrnehmung) entsteht Selbstmitgefühl. Diesem folgt idealerweise Selbstfürsorge, bei der das Selbstmitgefühl in konkrete Handlungen umgesetzt wird.

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Selbstmitgefühl ist die Fähigkeit, mir selbst ein/e gute/r Freund/in zu sein.

Dadurch schaffe ich eine Basis aus Gutmütigkeit, Sanftheit, Sicherheit und Geborgenheit, die den Nährboden dafür liefert, gesund zu wachsen und mich mit anderen zu verbinden. Verfalle ich stattdessen in Selbstvorwürfe, trenne ich mich von mir selbst. Ich verlasse mich. Und das KANN sich nicht gut anfühlen! Wenn nicht einmal ich selbst, mir beistehe, wie kann ich das von jemand anderem erwarten?

Viele Menschen befürchten, es würde sie schwächer machen, nachsichtig und liebevoll mit sich selbst umzugehen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wer sich auch bei Fehlern mit Mitgefühl begegnet, meistert Belastungen leichter, fühlt sich besser und ist motivierter.

Die Fähigkeit zu Selbstmitgefühl lässt sich trainieren und ganz leicht in den Alltag einbauen.

Anleitung für mehr Selbstmitgefühl:

  1. Akzeptiere, dass du – genauso wie jeder andere Mensch – es verdienst, geliebt und angenommen zu werden.
  2. Akzeptiere, dass Leid und schmerzvolle Erfahrungen unvermeidbar Teil des Lebens sind. Du hast jedoch die Wahl, wie du mit ihnen (und mit dir selbst) umgehst.
  3. Übe Achtsamkeit und beobachte deine Gedanken: erkenne, wann du dich selbst verurteilst und abwertest.
  4. Hast du negative Gedanken(spiralen) entdeckt? Sage innerlich „Stop“!
  5. Überlege: Wie würdest du mit einem guten Freund umgehen, der in derselben Situation steckt? Würdest du ihn trösten? Sagen, dass das doch jedem passieren kann? Und dass es nichts mit seinem Wert als Person zu tun hat? Wie wärst du für ihn da? Wie könntest du ihn unterstützen?
  6. Behandle dich so, wie du einen guten Freund behandeln würdest. Schenke dir selbst das ganze Wohlwollen, Verständnis, Trost und Unterstützung, die du ihm geben würdest.

Selbstmitgefühl ist nicht Selbstmitleid!

Mitleid ist eine Haltung, die nie auf Augenhöhe stattfindet. Im Mitleid wird auf den zu Bemitleidenden herabgeblickt – ich stehe über ihm und seinem Leid. Im Falle von Selbstmitleid kreisen wir um unsere eigene Opferstory. Das soll uns mit Bedeutung aufladen und enthält nicht selten einen gar nicht so subtilen Appell an unsere Umwelt: Beachte mich!

Wer nie gelernt hat, sich selbst zur Seite zu stehen und für sein eigenes (emotionales) Wohlbefinden zu sorgen, verbleibt in einer gewissen Abhängigkeit von anderen. Doppelt problematisch, wenn versucht wird diesen Mangel an Verbundenheit und Zuwendung über Alkohol, Drogen oder andere vermeintlich tröstende Substanzen zu erlangen.

Zu meiner nassen Zeit hing ich in einer Selbstmitleidsspirale fest, die mich immer wieder in die „warmen“, einlullenden und immer zugänglichen Arme des Alkohols trieb. Meinen eigenen Anteil an diesem Prozess erkannte ich lange Zeit nicht. Selbstmitgefühl zu entwickeln war für mich wichtig, um Selbstwirksamkeit zu erlangen. Ich habe Einfluss auf meine Sichtweisen und meinen Umgang mit mir selbst. Ich bin mir wichtig (geworden) und daher gehe ich mitfühlend mit mir um.

Vorteile von Selbstmitgefühl

Wenn du dir mit Selbstmitgefühl begegnest,

Beginne jetzt, dir selbst ein guter Freund / eine gute Freundin zu sein. Du hast es verdient.